Hertie Innovationskolleg

Unsere Köpfe

Marius Krüger: DEMOCRACY Deutschland e.V.

Marius Krüger setzt sich mit seinem Verein DEMOCRACY Deutschland für mehr Demokratie, ein offenes Parlament und digitale, bürgernahe Partizipationsmöglichkeiten ein.

Seit dem Abschluss seines Bachelorstudiums im Herbst 2016, setzt sich Marius Krüger (geb. am 30. Januar 1994 in Göttingen) für mehr Demokratie, ein offenes Parlament, politische Bildung und digitale, bürgernahe Partizipationsmöglichkeiten ein. Er gründete den gemeinnützigen Verein DEMOCRACY Deutschland e.V., der seither die Zukunft der deutschen Demokratie neu denkt und gestaltet.
„Die Digitalisierung zum Vorteil aller zu nutzen, ist eines der Leitmotive, die intern (in den Arbeitsprozessen) wie extern (im Produkt an sich) die Philosophie unseres gemeinnützigen Start Ups bestimmen. Insbesondere im Bereich der digitalen Trends, dem agilen Organisieren von Arbeitsgruppen und dem Ansatz, Crowd-Intelligence zu Willensbildungsprozessen zu nutzen, ist es mir möglich, meine unmittelbaren Praxiserfahrungen in die Arbeit der Hertie-Stiftung für Demokratie einzubringen.“
TTIP, Datenüberwachung, Aufrüstung, Privatisierung von Autobahnen – es häufen sich die Themen, bei denen die Meinung von BürgerInnen und ihrer politischen Vertretung nicht übereinstimmen. Dieser Trend wird durch aktuelle Umfragen bestätigt: Nur 23% der Deutschen vertrauen dem Regierungshandeln ihrer Politiker (Vgl. GESIS: 2014) und wünschen sich mehr politische Beteiligungsmöglichkeiten (Vgl. Bertelsmann Stiftung: 2011). Marius Krüger ist überzeugt: Eine Modernisierung der demokratischen Bedingungen ist notwendig, um den deutschen gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Sozialstaatlichkeit in der Zukunft aufrechtzuerhalten. Denn obwohl wir in einer hochtechnisierten und vernetzten Welt leben, fühlen sich die Menschen von politischen Entscheidungsprozessen abgekoppelt.
Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Initiative im Herbst 2017 (www.startnext.com/democracy), wodurch auch die Hertie Stiftung auf Marius aufmerksam wurde, begann er zusammen mit zwei weiteren Programmierern mit der Entwicklung der DEMOCRACY App. Sein Ziel ist es, die App als Minimum Viable Product bis zum Ende des Jahres 2018 zu veröffentlichen. Einen Prototyp für basisdemokratische Bundestagsabstimmungen gibt es schon seit April 2018. Zusammen mit den Unterstützern der Crowdfunding-Kampagne wird momentan ein Qualitätscheck mit Feedback-Möglichkeit durchgeführt.
Im Endeffekt soll die App von Bundestagsabgeordneten und BürgerInnen sowie auch von Stiftungen, Bildungsnetzwerken und weiteren Instituten genutzt werden können, um Entscheidungen auf demokratische Weise zu koordinieren. Sie soll als politisch unabhängige und crowdmoderierte Plattform fungieren, einen kommunikativen Austausch ermöglichen und Diskussions- und Abstimmungsmöglichkeiten bieten. PolitikerInnen sollen so die Erwartungen und Wünsche der BürgerInnen besser und sachbezogener in Entscheidungen einbeziehen können. Eine große Anzahl an Abstimmungen beispielsweise sollte idealerweise dazu führen, dass sich bei politischen Entscheidungen auf dieses Ergebnis bezogen wird. Außerdem ermöglicht die App, Entscheidungen öffentlich zu begründen. So kann zum Beispiel nachgeforscht werden, warum  einem Gesetzesentwurf zugestimmt wurde oder nicht.
DEMOCRACY bietet einen neuen Ansatz der Bürgerbeteiligung auf Bundesebene an realen politischen Entscheidungen. Diese qualitative Ermittlung, Strukturierung und Vermittlung von Meinungen (Übereinstimmungen oder Differenzen in der politischen Vertretung) ermöglicht direkte Demokratie. So wird innerhalb einer Legislaturperiode auf politischer Ebene mehr Transparenz und auf Bürgerebene mehr grundgesetzfreundliche Partizipationsmöglichkeiten im Prozess der politischen Willensbildung erzeugt.

Kontaktinformationen:
Email: kruegerm@hertie-innovationskolleg.de oder m.krueger@democracy-deutschland.de
Website: https://www.democracy-deutschland.de/
Facebook: https://www.facebook.com/democracygermany/