Hertie Innovationskolleg

Bedarfsorientierte Integrationsarbeit

Wie können Kommunen die Bedürfnisse von Geflüchteten und Migranten erheben? Auf welche Weise können die Bedürfnisse in die Integrationsarbeit integriert werden? Was gilt es bei der bedarfsgerechten Integrationsarbeit zu beachten?  Mit diesen und anderen 

Fragen beschäftigt sich dieser Leitfaden für Kommunen.

Basierend auf der praktischen Arbeit in verschiedenen Kommunen Deutschlands, legt diese Dokumentation eine Definition der Bedarfsorientierung, Leitlinien und Voraussetzungen für bedarfsgerechte Integrationsarbeit dar. Zu den Voraussetzungen gehört eine positive Zusammenarbeit auf Augenhöhe, eine dargelegte Erwartungshaltung aller Involvierten oder ein geplanter Umgang mit eventuell skeptischen Mitarbeitenden der Verwaltung.

Es werden darüber hinaus acht Formate zur Umsetzung von bedarfsgerechter Integrationsarbeit in Kommunen präsentiert. Mit ihnen können Kommunen die Bedürfnisse erheben und die Perspektive der Zugewanderten aufnehmen. Einige typische Methoden sind Personas, User-Journey-Maps, Ideendashboards und Workshops zur Bedarfsanalyse. Im Idealfall werden die Formate mit der Zielgruppe gemeinsam erarbeitet.

Zum Dokument geht es hier.

Über die Bedürfnisse geflüchteter Menschen

Bedürfnisse erkunden – Menschen verstehen

Zwischen Sommer 2016 und März 2017 wurden im Projekt Diversität und Integration des Hertie-Innovationskollegs die Bedürfnisse geflüchteter Menschen erhoben. Sie sind in dieser Broschüre zusammengefasst. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Weiterführung des Projekts, (mehr …)

Mit der Zielgruppe die lokale Integration erfolgreich gestalten

Seit 2015 stehen Kommunen vor neuen Herausforderungen, um die gestiegene Anzahl an Geflüchteten eine neue Heimat zu bieten. Kommunen organisieren die Unterbringung, Sprachkurse, Kitaplätze, Schulbildung, lokale Kennlernaktivitäten und kooperieren mit vielen Akteuren im Bereich der Arbeitsmarktintegration. Dabei treten unbekannte Herausforderungen auf, für die neue Wege gefunden werden müssen.

Mögliche Herangehensweise werden in dem Bericht „Kommunales Integrationsmanagement: Handlungsfelder und Erfolgsfaktoren gestalten“ aufgezeigt. Er wurde u.a. von unserer Kollegiatin Anne-Marie Kortas erarbeitet und zeigt auf, wie relevant es ist, die Angebote bedarfsorientiert mit der Zielgruppe zu entwickeln. Der Bericht ist durch die KGSt erschienen und ist in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung und der Robert Bosch Stiftung entstanden.

Mehr Informationen zum Bericht stehen hier zur Verfügung.

Business as usual in deutschen Verwaltungen?

Nach dem großen Engagement im zivilgesellschaftlichen Bereich letztes Jahr, haben sich auch viele Kommunen entschlossen, ihre Strukturen aufzubrechen und mehr für die Integration von Geflüchteten zu unternehmen. Sie stellten neues Personal ein, erneuerten ihre Strukturen und standen im regen Austausch zwischen einander.

Auf diese Weise fand im September der Zukunftskongress in Berlin statt, in dem sich viele Vertreter der öffentlichen Verwaltungen austauschen konnten. Um mit den neuen Herausforderungen umzugehen, wurden neue Stellen geschaffen. So verfügt aktuell jeder Bezirk in Berlin über Flüchtlingsbeauftragte, die als Aufgabe haben, die Integrationsarbeit von Geflüchteten zu koordinieren. Und auch außerhalb der Bundeshauptstadt hat sich vieles getan. Der Landkreis Paderborn kooperierte in einem Pilotprojekt mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), damit Asylanträge sich nicht weiter stauen. In diesem Fall bearbeiteten Mitarbeiter der Ausländerbehörde selbst die Anträge und nicht wie gewöhnlich BAMF Mitarbeiter.

Diese Ansätze zeigen, dass die Neuankömmlinge viel bei uns in Deutschland bewegen – selbst in den sonst eher reformschwerfälligen Verwaltungen. Dies lässt hoffen, dass die Integration von allen als Gemeinschaftsprojekt verstanden wird. Jedoch stellt sich aktuell die große Frage, ob diese erlebte Offenheit und Änderungen noch lange bestehen bleiben oder wir bald in ein „Business as usual“ Szenario verfallen?

Es häufen sich die Anzeichen, dass öffentliche Mitarbeiter die Krise als geschafft wahrnehmen und wieder in ihre ruhige Normalität zurückkehren wollen. Sie fordern klare Aufgaben und ein Ende des Krisenmodus. Sie glauben z.T., ihre Arbeit sei getan. Der Wunsch nach mehr Ruhe ist nachzuvollziehen, jedoch ist es äußerst gefährlich die Krise als vorbei zu betrachten, denn die wahre Arbeit beginnt erst jetzt.

Es bleibt zu hoffen, dass die bereits begonnen Prozesse weiter laufen und erkannt wurde, dass nur mittels neuer Wege und Kooperationen eine Integration gelingen kann. Wir brauchen dafür alle Menschen und Anstrengungen und das noch über viele Jahre. Dies scheint ermüdend? Ist es vielleicht auch. Aber es ist der einzige Weg, um eine geschlossene und harmonische Gesellschaft zu werden.

Kompetenzen von Flüchtlingen als Chance für den Arbeitsmarkt!

Der deutsche Arbeitsmarkt legt großen Wert auf formal erworbene Qualifikationen. Eine große Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge können eben diese nicht vorweisen. Eine langfristige Integration bedarf deshalb alternativer Zugangswege zur Beschäftigung in Deutschland.

Lest mehr dazu in dem Artikel von Anne-Marie Kortas, Adrian Sonder und Lea-Maria Warlich auf dem Polis-Blog.