Dr. phil. Andrea Stiebritz

Mariel SousaDas sind wir Hinterlasse einen Kommentar


Schon als Dozentin an der Universität und als Wissenschaftlerin habe ich gern unkonventionelle Wege gewählt und immer wieder unterschiedliche Methoden verbunden, um kulturelle und literaturwissenschaftliche Fragen zu beantworten. Mich hat zum Beispiel interessiert wie man Logik und die Erforschung von literarischen Figuren verbinden kann oder was man über eine Kultur lernt, wenn man ihren Humor mit Hilfe der Philosophie Wittgensteins betrachtet.

Es sind meist die auf den ersten Blick ungewöhnlichen Verbindungen und Ideen, die echte und nachhaltige Neuerungen in Kunst, Wissenschaft, Technik und Gesellschaft hervorrufen. Das Bauhaus etwa wäre nicht so innovativ und bis heute einflussreich, wenn die Bauhäuser „die hohe“ Kunst und „das gemeine“ Handwerk nicht verbunden hätten.

Dabei geht es bei Innovation meiner Meinung nach weniger um Disruption als um den anderen Blick, um Neugier und um den Mut, anders zu denken und aktiv zu werden. Gesellschaftliche Weiterentwicklungen entstehen nur, wenn man immer wieder althergebrachte Wege verlässt und Möglichkeiten schafft, dies tatsächlich zu realisieren.

Das Hertie-Innovationskolleg und unsere Kollegiat*innen tun genau das: sie sehen ein gesellschaftliches Problem, stellen den Status Quo in Frage, haben erkannt, dass traditionelle Lösungsansätze in sich wandelnden Gesellschaften nicht mehr oder nur noch eingeschränkt funktionieren und sie entwickeln in ihren Projekten Ideen und Methoden, um mit diesen Herausforderungen umzugehen. Die Vielfalt der Projekte und der Kollegiat*innen sind der Grund, weshalb ich Ende 2016 zum Innovationskolleg gekommen bin und weshalb ich so gern mit ihnen und den Mitarbeiter*innen der Hertie-Stiftung zusammenarbeite. Und das Innovationskolleg ist ein Ort, der es uns und den Kollegiat*innen ermöglicht, gesellschaftliche Veränderungen durch Projekte voranzutreiben – sei es im großen oder im kleinen Rahmen.

Um das Innovationskolleg inhaltlich und methodisch weiterzuentwickeln, sind meine Ziele, einerseits Innovation noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dies bezieht sich sowohl auf unsere alltägliche Arbeit innerhalb des Innovationskollegs und der Stiftung als auch auf die Angebote für unsere Kollegiat*innen und ihre Projekte. Andererseits gehört ganz im Sinne philanthropischer Arbeit dazu, unsere Kultur, kritische Fragen zu stellen, sich zuzuhören und auszutauschen, aktiv gesellschaftlich zu handeln und kreativ an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen heranzugehen, weiter zu verfestigen. Unsere Kollegiat*innen und ihre Projekte sind schon sehr gut. Mit diesen Zielen machen wir sie und das Innovationskolleg noch erfolgreicher.

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